Kölliken liegt im unteren Uerkental am westlichen Rand der flachen Hard-Ebene im Kanton Aargau. Der Ort wird vom Köllikerbach durchzogen, während die Uerke am östlichen Dorfrand vorbeifliesst. Im Westen prägen bewaldete Höhenzüge wie der Köllikertann und der Pfaffentann das Landschaftsbild, im Süden trennt der Ghürst die Täler von Uerke und Köllikerbach. Die Gemeinde grenzt unter anderem an Muhen und Safenwil sowie an die solothurnische Gemeinde Gretzenbach.
Frühe Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück, später betrieben die Römer hier eine Ziegelei. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 864 unter dem Namen Cholinchove, was auf alemannische Siedler und einen Hofbesitzer namens Cholo zurückgeht. Kölliken wechselte mehrfach die Herrschaft: Nach den Grafen von Lenzburg und Kyburg übernahmen die Habsburger die Landesherrschaft, bevor das Dorf 1415 unter Berner Herrschaft kam. Die Textilindustrie brachte im 18. Jahrhundert zusätzliche Verdienstmöglichkeiten, doch erst der Ausbau der Verkehrswege wie der Strasse Zürich–Bern und der Eisenbahnlinie Zofingen–Wettingen veränderte die wirtschaftliche Struktur nachhaltig.
Das Dorf ist bekannt für seine strohgedeckten Häuser, von denen noch drei erhalten sind. Die reformierte Kirche, erstmals 1258 erwähnt, wurde im spätgotischen Stil neu erbaut und später verbreitert. Ein besonderes Zeugnis der Vergangenheit ist das Salzmehuus, ein Strohdachhaus, das heute als Museum dient. Das Gemeindewappen zeigt eine Tanne auf grünem Dreiberg, gehalten von einer Bärentatze, die auf die Wälder oder die Verbindung zum Kloster St. Gallen verweist. Die Sondermülldeponie am Dorfrand prägte jahrzehntelang die lokale Geschichte, bis sie nach aufwändiger Sanierung geschlossen werden konnte.