Horn liegt im östlichen Waldviertel Niederösterreichs, eingebettet im klimatisch milden Horner Becken. Die Taffa durchfließt die Stadt und nimmt hier den Mödringerbach auf, der von Norden kommt. Mit seinen fünf Ortsteilen Breiteneich, Doberndorf, Mödring, Mühlfeld und dem Hauptort erstreckt es sich über eine abwechslungsreiche Landschaft.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Altsteinzeit zurück, als Jäger am Taffa-Ufer lagerten. Später hinterließen bäuerliche Kulturen wie die Notenkopfkeramik und die Lengyel-Kultur ihre Spuren. Im Mittelalter entstand um die Wehrkirche St. Stephan eine Siedlung, die um 1150 zur Burgstadt mit planmäßigem Dreieckplatz ausgebaut wurde. Als Handelsplatz mit Zollrechten und Sitz eines Hochgerichts entwickelte sich Horn zu einer bedeutenden Stadt.
Die Stadt prägt bis heute ihre mittelalterliche Wehranlage mit erhaltenen Türmen. Im 16. Jahrhundert wurde Horn ein Zentrum der Reformation, doch die Gegenreformation brachte mit dem Piaristenorden und einem Gymnasium neue Impulse. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und die Ansiedlung von Schulen machten Horn zu einem regionalen Bildungs- und Verwaltungszentrum. Das Höbarthmuseum bewahrt auch dunkle Kapitel der Stadtgeschichte.