Gisors liegt im Département Eure in der Normandie, wo sich drei Flüsse – Epte, Troësne und Réveillon – vereinen. Die Stadt befindet sich im Vexin, einer Kulturlandschaft, die sich über die Grenze zwischen der Normandie und der Île-de-France erstreckt. Mit etwa 75 Metern Höhe über dem Meeresspiegel ist sie eine der tiefer gelegenen Siedlungen der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihr für ihren Widerstand Mut die Auszeichnung Croix de guerre verliehen.
Erstmals erwähnt wird Gisors im Jahr als Gisortis, wobei der Name auf keltische Wurzeln zurückgeht und „Furt, die mit Lanzen markiert ist“ bedeuten könnte. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Grenzposten zwischen der Normandie und Frankreich, was sich in der Anlage einer mächtigen Burg mit achteckigem Donjon und später einem runden Turm niederschlug. Mehrfach diente Gisors als Schauplatz von Friedensverhandlungen zwischen englischen und französischen Königen, die zugleich Herzöge der Normandie waren.
Die Burgruine mit ihrem markanten achteckigen Turm und dem später entstandenen „Turm des Gefangenen“ prägt noch heute das Stadtbild. Wirtschaftlich lebte Gisors lange von Webereien und Gerbereien, später auch von Glashütten und Mühlen. Die Eisenbahnlinie nach Paris verband den Ort einst mit der Hauptstadt, doch heute dient der Bahnhof vor allem regionalen Verbindungen. Ein besonderes Erbe ist die Legende vom versteckten Templerschatz, der hier 1307 verborgen worden sein soll.