Giornico liegt im Schweizer Kanton Tessin, eingebettet in der Talsohle der Leventina beiderseits des Ticino. Eine bewohnte Flussinsel teilt das Dorf, zu dem auch das kleine Dorf Altirolo gehört. Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an Faido, im Süden an Personico und im Südwesten an Verzasca.
Erstmals erwähnt wird Giornico um die Mitte des 10. Jahrhunderts in einer Urkunde, die einen Priester aus dem Ort nennt. Im Mittelalter gehörte es zum Machtbereich des Domkapitels Mailand und diente als Gerichtsort. 1478 siegten hier eidgenössische Truppen in der Schlacht bei Giornico über die Mailänder, was die Herrschaft von Uri über die Leventina einleitete. Seit 1803 gehört der Ort zum Kanton Tessin.
Das Dorf besticht durch seinen alten Kern mit Steinhäusern, der als schützenswertes Ortsbild gilt. Besonders bekannt sind die romanischen Kirchen San Nicolao, San Michele und Santa Maria di Castello sowie der Freskenzyklus in der Kirche San Pellegrino. Ein Wohnturm im Ortsteil Chironico und das Regionalmuseum in der Casa Stanga zeugen von der Geschichte. Über den Ticino führen zwei mittelalterliche Steinbrücken, während das Biaschina-Viadukt als markantes Bauwerk der Autobahn A2 gilt.