Acquarossa liegt im mittleren Bleniotal des Kantons Tessin, umgeben von bewaldeten Hängen. Westlich grenzt es an Faido, während im Norden und Osten die ebenfalls durch Fusion entstandenen Gemeinden Blenio und Serravalle angrenzen. Nur zwei Prozent des Gemeindegebiets sind bebaut, der Rest ist von Wald bedeckt. Das Klima ist gemäßigt mit kühlen Wintern und milden Sommern, wobei die Wetterstation auf etwa 575 Metern Höhe liegt.
Der Name Acquarossa – „rotes Wasser“ – geht auf eisen- und lithiumhaltige Thermalquellen zurück, die seit Jahrhunderten genutzt werden. Bereits 1446 wurde der Ort als Aquam rubeam erwähnt, doch erst im 18. Jahrhundert entstand ein kleines Bad. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Acquarossa zu einem bekannten Kurort, besonders nach dem Bau des Albergo delle Terme 1886. Ärzte wie Angelo Scarenzio förderten den Ruf der Heilquellen, doch nach dem Ersten Weltkrieg verlor der Betrieb an Bedeutung. Heute ist das verfallene Thermalbad eine Geisteranlage, während ein neues Projekt namens „Sun Village“ Hoffnung auf eine Wiederbelebung macht.
Die heutige Gemeinde entstand 2004 durch den Zusammenschluss von neun Dörfern, darunter Castro, Corzoneso und Lottigna. Prägend sind historische Bauwerke wie die romanische Kirche San Carlo di Negrentino mit ihren Fresken oder das ehemalige Kurhotel Terme. In Lottigna bewahrt das Museo della Valle di Blenio die Geschichte des Tals, während in Corzoneso das Archiv des Fotografen Roberto Donetta in der Casa Rotonda zu sehen ist. Ein weiteres Highlight ist das Cinema Teatro Blenio, ein Kino nach den Prinzipien der Organischen Architektur.