Genf liegt am südwestlichen Ende des Genfersees, wo die Rhone aus dem See abfließt. Eingebettet zwischen den Voralpen und dem Jura, wird die Stadt von Bergen wie dem Môle und dem Vuache umgeben. Der Mont Salève im Süden gilt als Hausberg, liegt aber bereits auf französischem Boden. Mit ihrer dichten Bebauung zählt sie zu den am stärksten besiedelten Orten der Schweiz.
Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Schon die Kelten nutzten den Ort als befestigte Siedlung, bevor die Römer ihn um 120 v. Chr. einnahmen. Im Mittelalter war Genf ein bedeutender Bischofssitz und entwickelte sich im 13. Jahrhundert zu einer wichtigen Messestadt. Die Reformation prägte das 16. Jahrhundert, als Johannes Calvin hier die Genfer Akademie gründete und die Stadt zur protestantischen Hochburg wurde. Nach der Unabhängigkeit von Savoyen wurde Genf 1815 als Kanton in die Schweizer Eidgenossenschaft aufgenommen.
Heute ist Genf ein globaler Treffpunkt für Diplomatie und Wissenschaft. Hier haben zahlreiche internationale Organisationen wie die UNO oder das CERN ihren Sitz. Die Stadt ist zudem ein wichtiger Finanzplatz und bekannt für ihre hohe Lebensqualität. Historische Bauwerke wie das Grand Théâtre de Genève oder die russisch-orthodoxe Kreuzerhöhungskathedrale zeugen von der kulturellen Vielfalt. Persönlichkeiten wie Fjodor Dostojewski fanden hier zeitweise Zuflucht.