Compiègne liegt im Norden Frankreichs, etwa 70 Kilometer von Paris entfernt, dort wo die Aisne in die Oise mündet. Die Stadt ist von ausgedehnten Wäldern umgeben und zählt mehrere Zehntausend Einwohner.
Schon früh war Compiègne ein wichtiger Ort für die fränkischen Könige, die hier eine Pfalz errichteten. Im Mittelalter diente die Stadt mehrfach als Schauplatz politischer Entscheidungen, etwa bei der Absetzung Ludwigs des Frommen oder als Ausgangspunkt des Bauernaufstands der Jacquerie. Später wurde sie zur Residenz der französischen Könige, die das Schloss im klassizistischen Stil erweiterten. Berühmt wurde der Ort durch zwei historische Waffenstillstände, die hier in einem Eisenbahnwagen unterzeichnet wurden.
Heute prägen das prächtige Schloss mit seinem weitläufigen Park und die Jakobskirche das Stadtbild. Im Wald von Compiègne erinnert eine Lichtung an die beiden Waffenstillstände von 1918 und 1940. Ein Theater aus dem 19. Jahrhundert und ein Museum mit Kutschen und Automobilen ergänzen das kulturelle Angebot. Die Stadt ist zudem bekannt für ihre Verbindung zum Jakobsweg, der hier als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist.