Châtellerault liegt in Westfrankreich im Département Vienne und ist Sitz einer Unterpräfektur. Die Stadt breitet sich in einer flachen Landschaft an der Mündung mehrerer kleiner Flüsse in die Vienne aus, darunter der Clain, die Envigne und der Ozon. Im Flussgebiet finden sich Inseln wie Cognet und Sainte-Catherine. Die Höhenlage reicht von 42 bis 134 Metern über dem Meeresspiegel, und die Stadt umfasst eine Fläche von etwa 52 Quadratkilometern.
Die Ursprünge der Stadt reichen bis ins Jahr 952 zurück, als sie unter dem Grafen Airaud gegründet wurde. Im Mittelalter entwickelte sie sich zu einem wichtigen Rastplatz für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Drei bedeutende Adelsfamilien prägten als Vicomtes die Geschichte der Stadt, bis sie 1482 in die Krondomäne eingegliedert wurde. Später wurde Châtellerault durch Messerschmieden und die staatliche Waffenmanufaktur bekannt, die von 1819 bis 1968 bestand.
Heute ist die Stadt für ihre historischen Bauwerke wie das gallo-römische Theater und die Zisterzienser-Abtei Notre Dame de l’Étoile bekannt. Ein besonderes Ereignis ist das Jazzfestival Jazzellerault, das jährlich Ende Mai stattfindet. Zudem werden hier regelmäßig Ballonfahrten veranstaltet. Persönlichkeiten wie der Komponist Clément Janequin oder der Philosoph René Descartes haben mit der Stadt Verbindung. Die wirtschaftliche Bedeutung liegt heute in der Elektronik- und Luftfahrtindustrie.