Bohumín liegt im äußersten Osten Tschechiens an der Grenze zu Polen, direkt am rechten Ufer der Oder, wo sich der Fluss mit der Olsa vereint. Die Stadt gehört zur Region Moravskoslezský kraj und ist Teil des historischen Schlesiens. Durch ihre Lage an den Wasserwegen und alten Handelsrouten war sie stets ein wichtiger Knotenpunkt.
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1256 unter dem Namen Bogun, später entwickelte er sich unter wechselnden Herrschaften. Die Burg Barutswerde prägte lange die Gegend, bis die Herrschaft 1523 an die Hohenzollern überging und der Name Oderberg aufkam. Nach Teilungen und Besitzerwechseln fiel die Stadt schließlich an Österreich und später an die Tschechoslowakei. Eisenbahn und Industrie brachten im 19. Jahrhundert Wachstum, während die Stadt im 20. Jahrhundert durch Grenzverschiebungen und Vertreibungen geprägt wurde.
Heute besteht Bohumín aus mehreren Stadtteilen wie Nový Bohumín und Starý Bohumín, die 1973 vereinigt wurden. Die historische Altstadt mit ihrem Ring und der Oderbrücke erinnert an die Vergangenheit, während die moderne Stadt von Industrie und Verkehr lebt. Die gemischte Bevölkerung mit tschechischen, schlesischen und polnischen Wurzeln verleiht Bohumín eine besondere kulturelle Vielfalt.