Blatten liegt im Lötschental, einem Seitental des Rhonetals im Kanton Wallis, auf etwa 1540 Metern Höhe. Die Gemeinde umfasst neben dem Dorf Blatten die Weiler Ried, Weissenried und Eisten sowie die obere Talschaft bis zur Lötschenlücke, einem Pass zum Aletschgletscher. Durch das Gebiet fließen die Lonza und der Dorfbach Gisentella, die sich im Zentrum vereinigen. Die Region gehört seit 2022 zum UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch und beherbergt mehrere Bergseen wie den Schwarzsee und den Guggisee.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort 1433 als „uff der Blattun“, archäologische Funde belegen jedoch eine Besiedlung bereits in der Bronzezeit. Prägend war lange die Landwirtschaft, doch mit der Eröffnung des Hotels Nesthorn 1868 begann der Tourismus im Tal. 1954 erreichte eine Autostrasse das Dorf, was den Wandel zu auswärtiger Berufstätigkeit im Industrie- und Dienstleistungssektor beschleunigte. Seit 1910 zieht die Fafleralp als touristische Attraktion Besucher an, und seit 1965 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Köniz.
Bekannt war Blatten für seine markante katholische Kirche von 1985, die beim Bergsturz 2025 vollständig verschüttet wurde. Die Gemeinde liegt in einer von Gletschern und Bergen geprägten Landschaft, die sowohl Gefahren als auch touristische Reize bietet. Persönlichkeiten wie der Germanist Walter Henzen oder der Pfarrer Johann Siegen sind mit dem Ort verbunden. Nach der Zerstörung durch den Bergsturz wird über einen Wiederaufbau an einem sicheren Standort diskutiert.