Bernay liegt im Département Eure in der Normandie, wo sich die Landschaften Pays d’Ouche und Lieuvin berühren. Die Stadt wird von den Flüssen Charentonne und Cosnier durchzogen, die beide zur Risle entwässern. Nicht weit entfernt liegen Lisieux, Rouen und Évreux, während die Stadt selbst Verwaltungssitz ihres Arrondissements ist.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen von den Lexoviern, einem gallischen Stamm, der das Gebiet bis zur Charentonne besiedelte. Der Name Bernay könnte auf einen keltischen Personennamen wie Brennus zurückgehen oder einfach „feuchter Ort“ bedeuten. Im Mittelalter gründete die Herzogin Judith de Bretagne hier eine Benediktinerabtei, die die sumpfige Gegend trockenlegte. Die Stadt erlebte Kriege, Belagerungen und Plünderungen, etwa während des Hundertjährigen Kriegs oder der Hugenottenkriege, als sie mehrfach zerstört und wiederaufgebaut wurde.
Heute prägen die Abteikirche Notre-Dame de Bernay und die Kirche Sainte-Croix das Stadtbild. Die Abtei, die einst als Kornspeicher und Rathaus diente, erinnert an die bewegte Geschichte der Stadt. In jüngerer Zeit wurde Bernay im Zweiten Weltkrieg bombardiert, doch nach der Befreiung durch kanadische Truppen begann der Wiederaufbau. Die Stadt bleibt ein Ort mit historischem Erbe und einer lebendigen Verwaltung.