Großdeuben
Großdeuben liegt südlich von Leipzig, direkt am Westufer der Pleiße in der Leipziger Tieflandsbucht. Der Ort erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über etwa zwei Kilometer und wird von der Staatsstraße 72 durchzogen, die an die B 2 und B 95 angeschlossen ist. Westlich von Großdeuben erstreckt sich die Neue Harth, ein rekultivierter Bereich auf ehemaligem Bergbau-Abraumgelände, und östlich das Rückhaltebecken Stöhna, das zum Hochwasserschutz der Pleiße gehört. In der Nähe befindet sich das Kraftwerk Lippendorf, eines der modernsten Braunkohlekraftwerke Europas. Großdeuben wurde erstmals 1017 in einer Urkunde des Domarchivs zu Merseburg erwähnt und war ursprünglich ein Sorben-Dorf. Im 11. und 12. Jahrhundert entstand Probstdeuben, das von deutschen Bauern gegründet wurde. Im 14. Jahrhundert gehörte das Dorf Friedrich von Döbitz, bis es 1415 den Gebrüdern Hans und Nickel von Zehmen zugehörig wurde. Im Dreißigjährigen Krieg litt das Dorf große Not, und 1681 brach die Pest aus. Im 18. Jahrhundert entstanden das Torhaus zum Rittergut und der Gottesacker. 1730 wurde das Herrenhaus in Probstdeuben gebaut, und 1741 der Gasthof „Zum weißen Roß“. Großdeuben ist bekannt für seine barocke Katharinenkirche mit einer Friderici-Orgel, das Herrenhaus des Rittergutes Probstdeuben und das angrenzende Torhaus mit Parkanlage. Zudem gibt es Gründerzeit- und Jugendstilvillen sowie den Apelstein, der den österreichischen General Bianchi gedenkt. Die Gemeinde beherbergt Vereine wie den Karnevalsverein und die Freiwillige Feuerwehr. Bekannte Persönlichkeiten aus Großdeuben sind Bildhauer Felix Pfeifer und Mediziner Karl-Heinz Wagner. Die Wirtschaftsstruktur wurde durch die Braunkohleindustrie geprägt, wodurch sich Großdeuben in den 1950er Jahren zu einem Arbeiterwohnort entwickelte. Seit 1997 ist Großdeuben ein Stadtteil der Stadt Böhlen.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.
- Einwohner
- 3.598
- Seehöhe
- 120 m
- Bezirk
- Böhlen
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