Normandie

La Falaise d'Amont

Die Falaise d'Amont ist die nordöstliche der beiden Kreidewände, die das Seebad Étretat im Département Seine-Maritime in der Normandie einrahmen. Sie erreicht 84 Meter Höhe. Der Ort mit 1.102 Einwohnern liegt in einer der wenigen Talöffnungen der rund 120 Kilometer langen Steilküste zwischen Dieppe und Le Havre, die wegen ihrer hellen Färbung Alabasterküste genannt wird. Die Klippen entstanden in der Oberkreide aus weißer Kreide und Feuerstein. Die Brandung hat drei Felsentore herausgearbeitet, die im Cauchois als „portes“ bezeichnet werden; die Porte d'Amont ist das kleinste davon. Guy de Maupassant verglich sie 1877 in einem Brief an Gustave Flaubert und später im Roman „Une vie“ mit einem ins Meer getauchten Elefantenrüssel. Vor der Klippe ragen Felsstümpfe aus dem Wasser, Überbleibsel eines eingestürzten Bogens, dessen Pfeiler erst zur Nadel und dann zum Stumpf erodierte. Südwestlich des Ortes steht die 75 Meter hohe Falaise d'Aval mit der Felsnadel Aiguille. Auf die Höhe führen eine Straße sowie eine Treppe mit 263 Stufen. Oben steht die steinerne Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde, die als Schutzpatronin der Fischer gilt; der heutige Bau folgt auf eine neugotische Kapelle des 19. Jahrhunderts aus Backstein und Stein, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Daneben liegen ein Denkmal und ein Museum des Architekten Gaston Delaune für die Flieger Charles Nungesser und François Coli, die 1927 mit der Oiseau blanc von Le Bourget aus New York erreichen wollten und an dieser Stelle zuletzt gesehen wurden. Reste des 1942 zerstörten ersten Denkmals stehen in der Nähe.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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