Wien

Frintaneum

Das Frintaneum, auch Augustineum genannt, war ein kaiserliches Priesterbildungsinstitut in Wien und diente der Ausbildung von Weltpriestern für höhere kirchliche Ämter. Es befand sich zunächst im ehemaligen Augustinerkloster nahe der Wiener Hofburg und später in einem Neubau in der Habsburggasse. Die Anstalt wurde 1816 auf Initiative von Kaiser Franz I. und Hofpfarrer Jakob Frint gegründet, um die theologische Ausbildung in den neu erworbenen Gebieten der Monarchie zu sichern. Das Institut bot ein strenges Ausbildungsprogramm mit fachlicher und spiritueller Vertiefung, das auf die vier Rigorosen zum theologischen Doktorat vorbereitete. Die Priester wurden vom Kaiser vorgeschlagen und absolvierten liturgische Dienste in der Hofkapelle und in Schönbrunn. Über 1200 Priester durchliefen das Frintaneum, darunter spätere Bischöfe und Erzbischöfe wie Josip Juraj Strossmayer oder Johann Rudolf Kutschker. Die Einrichtung endete mit dem Zusammenbruch der Monarchie 1918. Vor Ort prägte das düstere Klostergebäude zunächst das Bild, bevor ein modernerer Neubau entstand. Die Absolventen wirkten später in Diözesen der Donaumonarchie und prägten die kirchliche Elite. Das Institut verband theologische Lehre mit Loyalität zum Herrscherhaus und fügte sich in eine Reihe anderer Eliteschulen der Habsburgermonarchie.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

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