📷 Bild: Wikimedia Commons
Großsteingrab Marienborn 1
Kultplatz im Lappwald von Marienborn südöstlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt
Das Großsteingrab Marienborn 1 liegt im Lappwald südöstlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt. Es handelt sich um einen nur teilweise sichtbaren Kultplatz, bei dem drei Decksteine und die Oberkante eines Tragsteins aus dem Waldboden herausragen. Der Rest der Anlage ist vermutlich noch unter der Erde. Hans-Jürgen Beier bezeichnet den Fund als „Großsteingrab“ und gibt diesen Befund als gesichert an. Der Kultplatz erhielt seinen Namen „Opferstein“ aufgrund von zwei kreisrunden Ausbildungen im vorderen Deckstein, die möglicherweise künstlich eingetieft sind. Auf dem hinteren Deckstein finden sich Schälchen aus Knollenquarzit, das häufig bauchige Ein- und Auswölbungen aufweist. Der Lappwald und der Forst Harbke wurden bis 1989 als „verbotene Zone“ aufgrund der nahen innerdeutschen Grenze bekannt, was die Bedeutung des Bereichs für prähistorische Funde unterstreicht. Der Rundweg in Marienborn führt durch archäologisch-historische Stationen, darunter zwei Großsteingräber und den einstigen Standort eines zerstörten Grabes. Der Lappwald wird als Übergangszone zwischen dem nordischen und mitteldeutschen Kulturkreis der Trichterbecherkultur verstanden. Die Anlage wird mit der Bernburger Kultur in Verbindung gebracht, die in der Region bis ins 2. Jahrtausend vor Christus nachweisbar ist.
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- Archäologische Stätte
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