Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer
Das ehemalige Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer liegt im oberösterreichischen Innviertel, auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Haigermoos. Zwischen Juli 1940 und November 1941 diente es zunächst als Arbeitserziehungslager, später als Internierungsort für Sinti und Roma. Die Baracken befanden sich in Weyer, einem Ortsteil von St. Pantaleon, und wurden von der SA-Standarte 159 aus Braunau am Inn bewacht. Der Ort steht für ein dunkles Kapitel der NS-Zeit, in dem über 350 Menschen unter unwürdigen Bedingungen festgehalten wurden. Im Arbeitserziehungslager starben mindestens zwei Häftlinge an den Folgen von Misshandlungen, darunter Johann Gabauer und Josef Mayer. Die Gewalt ging vom Lagerführer August Steininger aus, der später wegen Totschlags und Misshandlungen angeklagt wurde. Im Zigeuneranhaltelager wurden vor allem Frauen und Kinder festgehalten, die später in das Ghetto Litzmannstadt deportiert wurden. Heute erinnert eine Gedenkstätte an das Lager, gestaltet vom Künstler Dieter Schmidt. Sie wird vom Verein Erinnerungsstätte Lager Weyer und der Gemeinde betreut. Der Schriftsteller Ludwig Laher und der Historiker Andreas Maislinger setzten sich für die Aufarbeitung der Geschichte ein. Die Gedenkstätte bietet einen Ort der Erinnerung und mahnt gegen das Vergessen.
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