Nordspanien

Cueva de El Castillo

Die Cueva de El Castillo liegt am Hang des Monte Castillo über Puente Viesgo in Kantabrien, im Tal des Río Pas. Der kegelförmige Kalkberg ist von mehreren Höhlen durchzogen; El Castillo ist die bedeutendste von ihnen. Entdeckt wurde sie 1903 von Hermilio Alcalde del Río, einem der Pioniere der Erforschung kantabrischer Höhlenkunst. Die Wände tragen über 150 katalogisierte Darstellungen: mehr als fünfzig Handnegative, Punktreihen unbekannter Bedeutung, geritzte Hirsche und Bisons. Uran-Thorium-Datierungen haben für einzelne Zeichen ein Alter von über 40.000 Jahren ergeben — damit gehören sie zu den ältesten bekannten Malereien Europas. Untersuchungen an den Handumrissen legen nahe, dass ein Großteil von Frauen stammt, was die lange gepflegte Vorstellung vom männlichen Höhlenmaler infrage stellt. Ebenso wichtig wie die Bilder ist die Schichtenfolge im Boden: Sie umfasst rund 120.000 Jahre vom Altpaläolithikum bis in die Bronzezeit, und Funde in Schicht 18 deuten darauf hin, dass Neandertaler und moderne Menschen hier vor etwa 30.000 Jahren nebeneinander lebten. Seit 2008 gehört die Höhle als Teil der Stätte „Höhle von Altamira und paläolithische Höhlenkunst Nordspaniens" zum UNESCO-Welterbe. Anders als Altamira ist El Castillo im Original zugänglich, allerdings nur mit Führung und in kleinen Gruppen; die Plätze sind begrenzt. Im Inneren ist es kühl und feucht, der Weg führt über Stufen und schmale Passagen. Am selben Hang liegen die ebenfalls geschützten Höhlen La Pasiega, Las Chimeneas und Las Monedas.

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