Castello Maniace
Das Castello Maniace ist eine Festung an der Südspitze der Halbinsel Ortygia, auf der die Altstadt von Syrakus an der Ostküste Siziliens liegt. Von diesem Punkt aus ließ sich die Einfahrt in den Großen Hafen wirksam sichern. Der Name erinnert an den byzantinischen Heerführer Georgios Maniakes, dem 1038 die kurzzeitige und letzte Rückeroberung von Syrakus für Byzanz gelang; die Stadt war seit 878 in arabischer Hand gewesen. Der heutige Bau entstand ab 1232 unter Friedrich II. und diente ihm nicht nur als Garnison, sondern auch als Königspalast. Später wohnten hier Königinnen im Rahmen der Camera Reginale, 1321 tagte im Kastell das sizilianische Parlament, im 15. Jahrhundert diente es über lange Zeit als Gefängnis. 1704 zerstörte die Explosion einer Pulverkammer große Teile des Inneren. Nach einer Renovierung und der Aufhebung des militärischen Sperrgebiets am Hafen ist die Festung seit 2004 wieder zu besichtigen. Über quadratischem Grundriss erheben sich an jeder Ecke runde Türme. Der Innenraum bestand ursprünglich aus einem einzigen gewaltigen Saal, dessen Kreuzrippengewölbe auf mächtigen Säulen ruhten; deren außergewöhnlich reich skulptierte Kapitelle sind teilweise erhalten und haben in der weltlichen Baukunst des Mittelalters rund ums Mittelmeer keine Entsprechung. An der östlichen Außenseite fand sich eine kleine Nische, die islamischen Gebetsnischen gleicht, ohne dass ihr Zweck geklärt wäre. Sehenswert ist das staufische Portal, das einst zwei antike Bronzewidder flankierten.
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