Süditalien

Orecchio di Dionisio

Das Orecchio di Dionisio, das Ohr des Dionysios, ist eine künstliche Höhle im Steinbruch Latomia del Paradiso in Syrakus, unterhalb des griechischen Theaters im Areal von Neapolis. Der Hohlraum ist etwa 23 Meter hoch und 65 Meter tief, seine Breite schwankt zwischen 5 und 11 Metern. Er ist in S-Form gekrümmt, was auf eine antike Wasserleitung im oberen Teil zurückgeht, und verstärkt Geräusche bis auf das Sechzehnfache. Den Namen soll der Maler Caravaggio geprägt haben, der 1608 gemeinsam mit dem Gelehrten Vincenzo Mirabella nach Syrakus kam und die Form mit einer Ohrmuschel verglich. Der Sage nach ließ der Tyrann Dionysios hier Gefangene einsperren und belauschte ihre Gespräche aus einer verborgenen Kammer im oberen Teil. Man tritt durch den hohen, schmalen Spalt in den Fels ein; die Wände tragen noch die Spuren der antiken Steinbrucharbeit, aus der der Baustein für die Stadt gewonnen wurde. Jedes Geräusch kommt vielfach verstärkt zurück. In derselben Latomia liegt die Grotta dei Cordari, in der Seiler arbeiteten, weil die hohe Luftfeuchtigkeit ihrem Handwerk zugutekam.

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