Four solaire de Mont-Louis
Der Four solaire de Mont-Louis steht in Mont-Louis im Département Pyrénées-Orientales, auf 1.570 Metern Höhe in der Cerdagne. Die Lage ist der Grund für die Anlage: Die Hochebene am Südhang der Pyrenäen zählt zu den sonnenreichsten Gegenden Frankreichs, die dünne Höhenluft schwächt die Strahlung kaum ab. Es handelt sich um den ersten Sonnenofen der Welt. Gebaut wurde er 1949 nach Plänen des Chemikers Félix Trombe, der 1946 am Observatorium von Meudon mit einem umgebauten Flakscheinwerferspiegel erste Versuche unternommen hatte. Die Anlage besteht aus drei Teilen: einem Heliostaten, der dem Sonnenstand nachgeführt wird und das Licht waagerecht umlenkt, einem parabolischen Hohlspiegel, der es bündelt, und dem eigentlichen Ofen im Brennpunkt. Die Leistung beträgt 50 Kilowatt, im Brennpunkt entstehen Temperaturen zwischen 2.000 und 3.500 Grad Celsius. Weil die Hitze ohne Brennstoff und ohne Verunreinigung erzeugt wird, eignet sie sich für sehr reine Werkstoffe. Rund fünfzehn Jahre später entstand wenige Kilometer entfernt der weitaus größere Sonnenofen von Odeillo. Die Anlage wird weiter betrieben und ist im Rahmen von Führungen zugänglich: Vorgeführt werden das Schmelzen von Metall, das Brennen von Keramik und der Einsatz von Sonnenkochern. Seit 2008 steht das Ensemble unter Denkmalschutz und trägt das Label Patrimoine du XXe siècle. Alles hängt vom Wetter ab — bei bedecktem Himmel bleibt der Ofen kalt.
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