Nordspanien

Fageda d'en Jordà

Die Fageda d'en Jordà ist ein Buchenwald auf dem Gemeindegebiet von Santa Pau in der Garrotxa, mitten im Naturpark der Vulkanzone. Das Besondere ist der Untergrund: Der Wald wächst auf einem Lavastrom des Vulkans Croscat, auf rund 550 Metern Höhe — für Buchen in dieser Breite ungewöhnlich tief. Die erstarrte Lava hat den Boden in Buckel und Mulden gelegt; die aufragenden Felskuppen heißen hier „tossols" und können über zwanzig Meter hoch werden. Der Bestand ist fast reine Rotbuche. Möglich macht das ein feuchtes Übergangsklima mit 900 bis 1.000 Millimetern Niederschlag im Jahr, dazu die Lava, die Wasser hält. Berühmt ist der Wald für seine Stille; seit 2013 gibt es eine Initiative, dieses immaterielle Erbe anerkennen zu lassen. Ein Gedenkstein erinnert an den Dichter Joan Maragall i Gorina, den der Ort zu einem seiner bekanntesten Gedichte anregte. Erschlossen ist der Wald über drei markierte Rundwege: Der kürzeste ist in etwa einer halben Stunde zu gehen, der längste führt durch die verschiedenen Lebensräume des Vulkanparks. Durchquert wird der Wald zu Fuß. Mitten darin arbeitet die Genossenschaft La Fageda, ein Sozialbetrieb mit rund 270 Beschäftigten, von denen etwa 60 Prozent eine Behinderung haben; sie stellt Joghurt und andere Milchprodukte her und unterhält eine Baumschule, die die Parks von Olot pflegt. Im Herbst, wenn sich das Laub färbt, ist der Andrang am größten.

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