Südfrankreich

Château de Montségur

Das Château de Montségur liegt im Département Ariège auf einem freistehenden Felskegel, dem Pog, in 1.207 Metern Höhe über dem Pays d'Olmes. Der Berg steht so isoliert im Gelände, dass die Ruine von weitem wie eine Fortsetzung des Gesteins wirkt. Sie ist der bekannteste Ort der katharischen Geschichte Südfrankreichs. Um 1206 baute Raymond de Péreille auf dem Gipfel ein befestigtes Dorf, das rasch zum Zufluchtsort für Katharer und enteignete Ritter wurde. 1243 begann die Belagerung: Rund 6.000 Kreuzfahrer standen etwa 70 Verteidigern gegenüber, ein Trebuchet warf Steinkugeln zwischen 23 und 78 Kilogramm auf die Anlage, und erst nach zehn Monaten, als eine Gruppe über die Felswand aufgestiegen war und den Wachturm nahm, fiel die Festung. Am 16. März 1244 verbrannten am Fuß des Bergs rund 220 Katharer, die ihrem Glauben nicht abschworen, darunter Frau, Töchter und Schwiegermutter des Erbauers. Die heute sichtbaren Mauern stammen nicht aus dieser Zeit: Sie wurden nach 1244 von Guy II. de Lévis errichtet. Übrig ist ein fünfeckiger Mauerring mit einem Turm im Innern, ohne Dächer, offen zum Himmel. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert etwa zwanzig Minuten über einen steilen, steinigen Pfad und ist für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit nicht geeignet; oben ist es fast immer windig. Im Dorf unterhalb zeigt ein als Musée de France anerkanntes Museum die Grabungsfunde vom Pog.

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