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Nußdorf weir and lock
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Die Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage liegt an der Abzweigung des Donaukanals von der Donau im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau, obwohl sie nach dem nahegelegenen Nussdorf im 19. Bezirk benannt ist. Die Anlage besteht aus zwei getrennten Bauwerken: dem Nussdorfer Wehr und der Nussdorfer Schleuse, die gemeinsam den Donaukanal vor Hochwasser schützen und die Schifffahrt regulieren. Sie entstand zwischen 1894 und 1899 als Teil eines größeren Projekts zur Regulierung der Donau und des Wienflusses, das durch ein Gesetz von 1892 ermöglicht wurde. Die Anlage ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein architektonisches Wahrzeichen. Otto Wagner entwarf die repräsentative Gestaltung mit bronzenen Löwenfiguren von Rudolf Weyr, die als Wächterlöwen chinesischen Vorbildern nachempfunden sind. Die Schemerlbrücke, auch Löwenbrücke genannt, überspannt den Donaukanal und verbindet die beiden Ufer. Sie wurde 2018 sogar auf einer österreichischen Briefmarke gewürdigt. Seit 2005 erzeugt ein Laufwasserkraftwerk unterhalb des Wehrs jährlich etwa 28 Gigawattstunden Strom, genug für rund 10.000 Haushalte. Vor Ort lässt sich die Verbindung von Technik und Geschichte erleben. Die Schleuse mit ihrer 85 Meter langen und 15 Meter breiten Kammer ermöglicht Schiffen die Passage, während das moderne Segmentwehr seit 1975 für Hochwasserschutz sorgt. Eine Fischtreppe seit 2017 ermöglicht Wanderfischen die Überwindung des Wehrs. Das neue Wasserbaulabor der Universität für Bodenkultur nutzt die Stauhöhe für Strömungsexperimente mit bis zu 10 m³/s Durchfluss. Die exponierte Lage nahe dem Nussdorfer Bahnhof macht die Anlage auch für Spaziergänger leicht zugänglich.
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