Maribor
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Maribor, an der Drau im Nordosten Sloweniens gelegen, verbindet Geschichte und Gegenwart auf engstem Raum. Die Stadt trägt den Beinamen „grüne Stadt am Fluss“, doch ihr Reichtum liegt in den Zeugnissen vergangener Jahrhunderte: von mittelalterlichen Burgen über barocke Kirchen bis zu modernen Brücken. Hier pulsiert das kulturelle Leben in Theatern und Museen, während die Weinberge am Stadtrand und das Skigebiet Pohorje Erholung bieten. Wer Maribor folgt, entdeckt eine Stadt, die ihre Vergangenheit bewahrt, ohne sich ihr zu unterwerfen.
Vom Fußballtempel zum Kulturdenkmal
Am westlichen Rand der Altstadt erhebt sich das Ljudski vrt, das Volksgarten-Stadion. Mit 12.702 Plätzen ist es die Heimat des NK Maribor und Austragungsort der slowenischen Nationalmannschaft. Erbaut 1962, blieb nur die Haupttribüne aus dem Jahr 1964 erhalten, während der Rest zwischen 2006 und 2008 modernisiert wurde. Heute bietet es 12.881 überdachte Sitzplätze und ein integriertes Einkaufszentrum. Der Verein gewann hier 15 Meistertitel und neun Pokalsiege, darunter den Intertoto-Cup. Die Tribünen prägen mit ihrer modernen Architektur das Bild, während das Stadion als drittgrößtes des Landes gilt.
Wo Stein und Glaube sich verbinden
Die Kathedrale St. Johannes der Täufer thront im Zentrum der Stadt. Erbaut 1248 im romanischen Stil, wurde sie später gotisch und barock erweitert. Ihr 57 Meter hoher Turm entstand nach einem Blitzschlag im 18. Jahrhundert und ist heute als Aussichtsturm begehbar. Im Inneren beeindrucken vergoldete Reliefs im Chorgestühl, eine Statue des seliggesprochenen Bischofs Anton Martin Slomšek und eine Kanzel mit Darstellungen der Heiligen Peter und Paul. Die Deckenfresken der Kreuzkapelle stammen von Josef Adam Mölk, während moderne Buntglasfenster an den Besuch Papst Johannes Pauls II. erinnern.
Ein Ort der Erinnerung und des Dialogs
Die Synagoge am Judenplatz ist ein national bedeutsames Kulturdenkmal. Vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet, diente sie bis 1497 als religiöser Versammlungsort, bevor sie in eine Kirche umgewandelt und später als Lager genutzt wurde. Heute beherbergt sie das Zentrum für jüdisches Kulturerbe. Die Synagoge steht auf dem Židovski trg, dem Platz des ehemaligen jüdischen Viertels, und fördert mit kulturellen Veranstaltungen den interreligiösen Dialog. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1354 zurück, als Maribor noch das wichtigste Zentrum des Judentums in der Region war.
Schloss zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Das Schloss Mariborski Grad in der Altstadt entstand zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert aus einer landesfürstlichen Burg. Friedrich III. ließ sie ab 1478 errichten, später wurde sie durch eine Bastion und eine Loretokapelle erweitert. Heute beherbergt sie das Regionalmuseum Maribor. Der Bau spiegelt Jahrhunderte wechselnder Besitzer wider, darunter die Familien Khiessl, Brandis und Twickel. Ursprünglich besaß die Burg vier Türme, von denen nur einer nahe der Loretokapelle erhalten blieb. Der Burghof verlor durch den Bau der Grajska ulica sein prächtiges Portal.
Bühne der Künste und des Festivals
Das Slowenische Nationaltheater Maribor ist das größte staatliche Theater des Landes. Es beherbergt Schauspiel, Oper, Ballett und symphonische Konzerte unter einem Dach und richtet jährlich das Theaterfestival Borštnikovo srečanje aus. Der Gebäudekomplex steht zentral am Slomškov trg, umgeben von der Kathedrale und dem Hauptgebäude der Universität. Der heutige Bau entstand zwischen 1848 und 1851 und wurde 1852 eröffnet. Vor Ort prägen der historische Theatersaal und der Bühnenturm das Bild, ergänzt durch spätere Umbauten.
Basilika mit weithin sichtbaren Türmen
Die Basilika der Mutter der Barmherzigkeit liegt nördlich der Drau und wurde im neuromanischen Stil von Wiener Architekten entworfen. Ihre markanten 58 Meter hohen Türme und das reich gestaltete Innere beeindrucken Besucher. Die Kanzel zeigt Reliefs der lateinischen Kirchenväter Gregor, Hieronymus, Augustinus und Ambrosius, während eine Statue des Johannes des Täufers das Dach krönt. Der Hochaltar besteht aus 17 Marmorarten und beherbergt das Gnadenbild der Mutter der Barmherzigkeit. Seit 1906 trägt die Kirche den Titel Basilica minor.
Der älteste Weinstock der Welt
Der über 400 Jahre alte Weinstock Stara trta wächst in Maribor am linken Drau-Ufer im Stadtteil Lent. Er steht an einem Haus namens Hiša Stare trte in der Vojašniška ulica und trägt jedes Jahr Trauben, die Anfang Oktober zu etwa 50 Kilogramm geerntet werden. Die Rebsorte Žametovka ist eine slowenische Spezialität. Der Stock ist im Guinness-Buch der Rekorde als ältester Weinstock der Welt verzeichnet. Besucher können ihn besichtigen und die Atmosphäre des Stadtviertels Lent genießen.
Vom mittelalterlichen Wehrbau zum gastronomischen Ort
Der Wasserturm in der Altstadt ist ein historischer Wehrbau aus dem 16. Jahrhundert. Als Teil der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung diente er einst der Verteidigung und ist heute ein Kulturdenkmal. Der fünfseitige Ziegelbau mit Walmdach entstand zwischen 1550 und 1562 und ist der einzige erhaltene Abschnitt der östlichen Befestigungsanlage. In den 1960er Jahren sollte er abgerissen werden, doch unter Leitung des Baumeisters Jože Požauk wurde er um 2,6 Meter angehoben und so vor dem Abriss bewahrt. Heute beherbergt er ein gastronomisches Angebot.
Brücke zwischen den Jahrhunderten
Die Glavni most, auch Stari most genannt, überspannt seit 1913 die Drau in Maribor. Die über 270 Meter lange Brücke verbindet den Stadtbezirk Center am linken Ufer mit dem Bezirk Magdalena am rechten Ufer. Sie besteht aus drei parabelförmigen Eisenbögen und ersetzte eine ältere hölzerne Draubrücke. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie zerstört und später wiederaufgebaut. Heute gilt sie als lokales Kulturdenkmal und bietet einen Blick auf die umliegenden Uferbereiche.
Barockes Denkmal der Erinnerung
Die Pestsäule auf dem Hauptplatz entstand 1743 und stammt vom Bildhauer Joseph Straub. Ursprünglich stand dort 1681 ein erstes Monument, das nach Pestausbrüchen errichtet wurde. Das Denkmal besteht aus einem Sockel mit Balustrade, auf dem sich eine Marmorsäule mit korinthischem Kapitell erhebt. An ihrer Spitze thront die vergoldete Bronzestatue der Maria Immaculata. Der Sockel zeigt ein Relief der Pestheiligen Rosalia, umgeben von Statuen weiterer Heiliger wie Franz von
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