Žacléř liegt im Norden Böhmens, eingebettet im Rehorngebirge, einem südlichen Ausläufer des Riesengebirges. Elf Kilometer nördlich von Trutnov entfernt, grenzt die Stadt im Norden an Bobr, im Osten an Lampertice und im Westen an Horní Maršov. Südöstlich liegen Křenov und Zlatá Olešnice, während Svoboda nad Úpou im Südwesten zu finden ist. Die polnische Grenze verläuft nur wenige Kilometer nördlich.
Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Bornflos bekannt, wurde sie später in Bernstadt umbenannt und schließlich nach der Burg Scheczler benannt, die vermutlich zum Schutz eines wichtigen Handelswegs diente. Die Burg wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt und wechselte mehrfach die Besitzer, darunter Berthold von Leipa, Albrecht von Krenowitz und Kaiser Karl IV. Nach Zerstörungen während der Hussitenkriege und Raubzügen wurde die Burg 1523 niedergebrannt. Christoph von Gendorf errichtete an ihrer Stelle ein Renaissance-Schloss, das später in den Besitz der Jesuiten überging. Diese prägten das religiöse und schulische Leben, bis der Orden 1773 aufgelöst wurde.
Heute ist Žacléř vor allem für sein Schloss und die umliegende Berglandschaft bekannt. Das Schloss, ein Renaissancebau, entstand auf den Fundamenten der früheren Burg und ist ein bedeutendes architektonisches Zeugnis der Region. Die Stadt wurde von Bränden und Kriegen geprägt, doch auch von wirtschaftlichem Aufschwung durch Steinkohlebergbau und Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor sie durch Vertreibungen einen Großteil ihrer deutschsprachigen Bevölkerung. Die Dreifaltigkeitskirche, mehrfach umgebaut, und das ehemalige Jesuitenkolleg erinnern an die wechselvolle Geschichte. Die Nähe zum Riesengebirge macht Žacléř zudem zu einem Ausgangspunkt für Wanderer und Naturliebhaber.