Troyes liegt im Süden der Champagne, einer flachen Landschaft im Pariser Becken, und wird von der Seine durchflossen. Die Stadt wird von zwei Nebenarmen der Seine geprägt, dem Hozain von links und dem Barse von rechts. Im Osten reicht die Agglomeration bis an den Regionalen Naturpark Forêt d’Orient. Der historische Kern der Stadt erinnert in seiner Form an einen Sektkorken, weshalb Troyes auch Bouchon genannt wird.
Ursprünglich war Troyes der Hauptort des keltischen Stammes der Tricassen und trug unter den Römern den Namen Augustobona Tricassium. Im 4. Jahrhundert wurde es Bischofssitz. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Grafschaft Troyes und später der Champagne. Hier wirkten bedeutende Persönlichkeiten wie der jüdische Gelehrte Raschi und der Dichter Chrétien de Troyes. Troyes war auch Schauplatz wichtiger Konzile und ein bedeutender Handelsplatz mit Jahrmärkten.
Die Stadt ist bekannt für ihre mittelalterliche Bildhauerkunst, darunter Werke des Meisters von Chaource und Jacques Bachot. Ein verheerender Brand zerstörte 1524 große Teile der Stadt. Später wurde Troyes zu einem Zentrum der Textilindustrie und eine Hochburg der Hugenotten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt und erlitt schwere Zerstörungen. Heute prägen historische Bauwerke und die lebendige Erinnerungskultur das Bild von Troyes.