Tägerwilen liegt am Südufer des Bodensees im Kanton Thurgau, wo der Seerhein den Untersee mit dem Obersee verbindet. Die Gemeinde grenzt an mehrere Orte wie Kreuzlingen und Ermatingen und wird von den Bächen Chastel und Allmend durchflossen, die im Zentrum zum Dorfbach zusammenfließen. Das Gebiet umfasst auch das Tägermoos, eine Besonderheit, die zwar zum Thurgau gehört, aber verwaltungstechnisch zu Konstanz zählt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Jungsteinzeit, doch die eigentliche Geschichte beginnt mit der Ansiedlung der Alamannen im siebten oder achten Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 990 als Tegirwilare. Tägerwilen war lange eng mit Konstanz verbunden, etwa durch die Herrschaft der Konstanzer Bischöfe oder die Burg Castell, die im Schwabenkrieg zerstört wurde. Die Gemeinde erlebte wirtschaftliche Höhen und Tiefen, von der Landwirtschaft über Mühlen und Gewerbebetriebe bis hin zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert.
Heute prägen das Schloss Castell und die Burgruine das Ortsbild. Das Schloss entstand im 18. Jahrhundert und wurde später im historistischen Stil umgebaut. Die Gemeinde ist bekannt für ihre Verkehrsanbindung, darunter die Seelinie und die Autobahn A7. Persönlichkeiten wie der Botaniker Hermann Müller-Thurgau oder die Leichtathletin Sieglinde Ammann stammen von hier. Ein besonderes Ereignis war die Übergabeverhandlung in Konstanz 1945, die auf Tägerwiler Boden stattfand.