Rochecorbon liegt an der Loire im Département Indre-et-Loire, umgeben von sanften Hügeln und dem Fluss, der das Bild des Ortes prägt. Die Gemeinde gehört zur Region Centre-Val de Loire und ist Teil des Arrondissements Tours sowie des Kantons Vouvray. Ihre natürlichen Grotten am Ufer waren schon in prähistorischer Zeit besiedelt, was auf eine lange Geschichte hinweist.
Der Ort wurde von den Römern Vodanum genannt und erhielt später seinen heutigen Namen durch einen Adligen namens Corbon des Roches, der eine Burg am Fluss errichten ließ. Sein Sohn ließ um 1095 den Lanterne-Turm errichten, einen rechteckigen Bau von zehn Metern Höhe. Rochecorbon stand zudem in enger Verbindung zu den mächtigen Abteien Saint-Martin de Tours und Marmoutier, die hier über umfangreichen Besitz verfügten. Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Nachbargemeinde Saint-Georges-sur-Loire eingemeindet.
Heute ist Rochecorbon vor allem für seine malerische Lage an der Loire und seine historische Bedeutung bekannt. Der Lanterne-Turm gilt als markantes Bauwerk des Ortes. Der Komponist Charles Bordes wurde hier geboren, und Jean Cocteau erwähnte in seinem Tagebuch, dass die Dreharbeiten zu „Die Schöne und das Biest“ in Rochecorbon begannen. Die Gemeinde bewahrt damit ein kulturelles Erbe, das bis in die Gegenwart nachwirkt.