Riez liegt in den Seealpen an der Mündung dreier Flüsse in die Colostre, die später in den Verdon mündet. Der Ort befindet sich an einer alten Straßenkreuzung, die die Alpen mit dem Durance-Tal und dem oberen Var verband. Die Gemeinde gehört zum Regionalen Naturpark Verdon und wird vom Hügel Saint-Maxime überragt, der schon früh besiedelt war.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis zu den Reii, einem gallischen Stamm, der den Hügel vor der Ankunft der Römer bewohnte. Diese gründeten hier eine bedeutende Colonia, die später zu einer der dreizehn Städte der Gallia Narbonensis zählte. Riez war zudem über Jahrhunderte ein wichtiger Bischofssitz, der seine Bedeutung bis zur Französischen Revolution bewahrte. Ein Konzil unter Hilarius von Arles fand hier im fünften Jahrhundert statt.
Bekannt ist Riez vor allem für sein frühchristliches Baptisterium aus dem sechsten Jahrhundert, das zu den ältesten Bauwerken dieser Art in Frankreich gehört. Reste eines römischen Tempels mit korinthischen Säulen zeugen von der antiken Vergangenheit. Die Altstadt mit ihren Stadttoren und der Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert zeigt das typische Bild der Haute Provence. Auf dem Hügel Saint-Maxime steht eine Kapelle, die auf den ersten Bischof der Stadt zurückgeht. Persönlichkeiten wie der Dramatiker Gaspard Abeille oder der Bildhauer Jean Joseph Foucou prägten die lokale Geschichte.