Reszel liegt im historischen Ermland, am Nordhang des Baltischen Höhenrückens, direkt an der Zaine, einem kleinen Fluss, der in nordwestlicher Richtung vorbeifließt. Die Stadt befindet sich über steilen Ufern der Sajna, nicht weit von den Großen Masurischen Seen im Osten. Etwa 55 Kilometer nordöstlich liegt Olsztyn, während sich die Landschaft durch sanfte Hügel und Seen auszeichnet.
Die Stadt geht auf eine hölzerne Wehranlage der Deutschordensritter aus dem Jahr 1241 zurück, die zum Schutz eines wichtigen Handelswegs diente. Nach Zerstörungen durch Pruzzenaufstände entstand 1273 eine feste Burg, die später den ermländischen Fürstbischöfen als Stützpunkt diente. Im 14. Jahrhundert erhielt der Ort unter dem Namen Rößel Stadtrecht und entwickelte sich zu einem Handwerkszentrum, besonders für Rüstungen und Waffen. Nach wechselnder Herrschaft unter dem Deutschen Orden, Polen und Preußen wurde die Stadt 1772 zu einer der größten im Ermland.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild, darunter die spätgotische Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Sterngewölben und einer berühmten Orgel von Adam Gottlob Casparini. Die Burg, einst Bischofssitz, beherbergt heute eine evangelische Kirche nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Jährlich finden Feste statt, die an die wechselvolle Geschichte erinnern, während die malerische Seenlandschaft im Umland Wanderer und Erholungssuchende anzieht.