Radom liegt im zentralen Teil Polens, etwa hundert Kilometer südlich von Warschau, zwischen der Weichsel und dem Heiligkreuzgebirge. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Strecke Warschau–Krakau sowie Łódź–Lublin und beherbergt einen modernen Passagierflughafen. Sie ist Sitz mehrerer Hochschulen und liegt in der Woiwodschaft Masowien.
Die erste urkundliche Erwähnung Radoms stammt aus dem Jahr 1155, doch seine Blütezeit erlebte die Stadt Ende des 15. Jahrhunderts, als König Kasimir IV. sie zu seiner Residenz machte. Nach der Dritten Teilung Polens 1795 fiel Radom an Österreich, gehörte später zum Herzogtum Warschau und stand schließlich unter russischer Herrschaft. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt Schauplatz schwerer Kämpfe und erlebte eine brutale Besatzung mit einem Außenlager des KZ Majdanek und einem großen Ghetto.
Besonders sehenswert sind historische Bauwerke wie das Bernhardinerkloster aus dem 15. Jahrhundert, die spätmittelalterliche Johannes-Pfarrkirche und die barocke Dreifaltigkeitskirche. Auch das spätklassizistische Gebäude der ehemaligen Woiwodschaftsverwaltung, der Pałac Sandomierski, und das neorenaissancezeitliche Rathaus prägen das Stadtbild. Ein Rundgang führt zu weiteren Kulturdenkmalen, darunter die frühgotische Wenceslaus-Kirche, die kürzlich modernisiert wurde.