Phalsbourg liegt im Département Moselle, eingebettet zwischen den Ausläufern der Vogesen und der Zaberner Steige, einer schmalen Passage durch das Gebirge. Die Stadt ist etwa auf halber Strecke zwischen Straßburg und Saarbrücken gelegen, wo die Autobahn Paris–Straßburg einen Anschluss bietet. Zu ihr gehören mehrere Ortsteile wie Büchelberg im Norden, Rollweiler im Osten und Dreihäuser im Süden, die sich in die umliegenden Wälder und Hügel einfügen.
Gegründet wurde Phalsbourg 1568 von Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz als Zufluchtsort für verfolgte Hugenotten. Ursprünglich als protestantische Enklave im katholischen Lothringen geplant, wechselte die Stadt mehrfach die Herrschaft: Nach einer Verpfändung an Lothringen wurde sie 1590 endgültig diesem Herzogtum eingegliedert. Später gehörte sie zeitweise zum Fürstentum Pfalzburg-Lixheim, bevor sie 1661 an Frankreich fiel und durch Vauban befestigt wurde. Im Krieg von 1870 widerstand die Stadt monatelang einer preußischen Belagerung, bevor sie schließlich erobert wurde.
Die Stadt prägt ihr historisches Erbe mit den beiden Stadttoren, dem Französischen und Deutschen Tor, die an ihre wechselvolle Vergangenheit erinnern. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Synagoge, die trotz der Zerstörung der jüdischen Gemeinde im Zweiten Weltkrieg erhalten blieb. Phalsbourg ist auch bekannt für das Fête de Foie Gras, ein kulinarisches Fest in der Adventszeit, das regionale Spezialitäten feiert. Zudem ist es der Schauplatz des Romans „Die Tour zweier Kinder durch Frankreich“, der einst die verlorenen Provinzen Elsass und Lothringen im kollektiven Gedächtnis bewahren sollte.