Órgiva liegt im Süden der Provinz Granada, eingebettet in die Alpujarras, einer bergigen Landschaft Andalusiens. Der Ort breitet sich an einem Südhang aus und wird vom Río Chico durchflossen, etwa 65 Kilometer von Granada entfernt. Die Mittelmeerküste bei Motril ist nur rund 30 Kilometer entfernt, während die Gemeinde auf etwa 460 Metern Höhe liegt. Das Klima ist im Winter mild, im Sommer durch die Höhenlage noch erträglich, mit wenig Regen, der sich auf die Wintermonate verteilt.
Die Wurzeln Órgivas reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, als Berber aus Nordafrika den Ort gründeten. Später stand er unter der Herrschaft der Ziriden, Almoraviden und Almohaden, bevor er Teil des Emirats von Granada wurde. Nach der Reconquista blieb das Gebiet ein Rückzugsort für Morisken, bis deren Vertreibung im frühen 17. Jahrhundert die Region entvölkerte. Die Wirtschaft lebte lange von Selbstversorgung, Viehzucht und kleinen Feldern, bis sich im 20. Jahrhundert Handel und Handwerk ansiedelten.
Heute prägen enge Gassen mit weiß getünchten Häusern das Bild des Ortes. Die Iglesia de Nuestra Señora de la Expectación, eine Kirche mit barocker Fassade und einem prächtigen Schnitzaltar, dominiert das Ortszentrum. Daneben steht der Palacio de los Condes de Sástago im Mudéjar-Stil, während die Ermita de San Sebastián am Ortsrand an die Vergangenheit erinnert. Eine historische Wassermühle, der Molino de Benizalte, liegt jenseits des Río Chico und rundet das kulturelle Erbe ab.