Načeradec liegt im südböhmischen Hügelland, etwa 13 Kilometer südlich von Vlašim und 26 Kilometer südöstlich von Benešov. Das Dorf ist von sanften Hügeln umgeben und grenzt im Norden an Vrčovice, im Osten an Jelenov und Staré Práchňany, im Süden an Daměnice und im Westen an Hrajovice. Nicht weit entfernt erhebt sich der mythische Wallfahrtsberg Blaník.
Erstmals erwähnt wird Načeradec im Zusammenhang mit der Überführung des Leichnams des Seelauer Abts Gottschalk im Jahr 1184, was auf eine bereits bestehende Kirche St. Peter und Paul um 1150 schließen lässt. Im 13. Jahrhundert gehörte das Dorf dem Geschlecht der Witigonen, später wechselten die Besitzer häufig zwischen Adelsfamilien wie den Herren von Schellenberg und den Trčka von Lípa. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Načeradec schwer getroffen, und auch die Schweden hinterließen 1645 Spuren der Verwüstung. Im 18. Jahrhundert entstand unter den Deym von Střítež das heutige Barockschloss, das bis heute das Ortsbild prägt.
Besonders sehenswert ist die romanisch-gotische Kirche St. Peter und Paul, die im 18. Jahrhundert barockisiert wurde. Das Schloss Načeradec, 1734 von Graf Starhemberg erbaut, und das historische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert zählen zu den wichtigsten Bauwerken. Die 13 Kreuzwegkapellen aus dem 18. Jahrhundert wurden nach 1989 restauriert. Auch der jüdische Friedhof mit Grabsteinen aus dem 17. Jahrhundert und die ehemalige Synagoge zeugen von der wechselvollen Geschichte des Ortes.