Mur-de-Barrez liegt im Norden des südfranzösischen Départements Aveyron, eingebettet in eine Höhe von etwa 790 Metern. Das Flüsschen Bromme schlängelt sich durch das Gemeindegebiet, während die ehemalige Hauptstadt der Rouergue, Rodez, etwa 82 Kilometer südlich und die Kleinstadt Aurillac rund 38 Kilometer nordwestlich entfernt sind.
Erste Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Karolingerzeit zurück, als nahe einer Burg aus dem 11. Jahrhundert die Grundmauern eines Gutshofes freigelegt wurden. Im Mittelalter trug der Ort Namen wie Castrum de Muro oder Bastide de Muro und gehörte zum Herrschaftsgebiet der Vizegrafen von Carlat. Im Hundertjährigen Krieg wurde Mur-de-Barrez zweimal von Freischärlern angegriffen, später entstand eine Stadtmauer, die jedoch auf Anordnung Heinrichs IV. geschleift wurde. Bis zur Französischen Revolution stand der Ort unter der Herrschaft der Grimaldis aus Monaco.
Die mittelalterlichen Gassen mit ihren Natursteinhäusern verleihen Mur-de-Barrez einen besonderen Charme. Die Pfarrkirche Saint-Thomas-de-Cantorbéry, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, wurde im 15. Jahrhundert um Rippengewölbe erweitert und später zur Kollegiatkirche erhoben. Die Tour de Monaco, einziger Überrest der einstigen Stadtmauer, und ein Renaissancehaus mit Kreuzstockfenstern zählen zu den historischen Bauwerken. In der Umgebung finden sich weitere Sehenswürdigkeiten wie die romanische Kirche von Bromme oder das Château de Venzac. Der Ort lebt heute von Landwirtschaft und Tourismus, etwa durch die Vermietung von Ferienwohnungen.