Miesbach liegt im oberbayerischen Voralpenland, eingebettet in das Tal der Schlierach und am Rand der Bayerischen Alpen. Die Kreisstadt ist etwa 45 Kilometer südöstlich von München, 30 Kilometer westlich von Rosenheim und 22 Kilometer östlich von Bad Tölz entfernt. Mit rund 700 Metern über dem Meeresspiegel gehört sie zu den höchstgelegenen Kreisstädten Deutschlands. Die Altstadt gliedert sich in drei Ebenen entlang des Flusses, wobei der historische Marktplatz und das Rathaus auf der untersten Terrasse liegen, während sich auf den höheren Ebenen die Pfarrkirche und neuere Stadtteile befinden.
Die erste urkundliche Erwähnung Miesbachs stammt aus dem Jahr 1114, als Bischof Heinrich I. von Freising und Abt Aribo von Tegernsee den Ort in einer Urkunde nannten. Im 13. Jahrhundert erhielt Miesbach das Marktrecht, doch erst 1476 wurde es als Reichslehen anerkannt. Prägend war die Herrschaft der Waldecker und später der Maxlrainer, bis das Gebiet an die Wittelsbacher überging. Mehrfach zerstörten Brände die Stadt, doch besonders im 17. und 18. Jahrhundert erlebte Miesbach eine Blütezeit als Wallfahrtsort zur Schmerzhaften Muttergottes und als Zentrum des Kunsthandwerks.
Miesbach ist bekannt als Wiege der bayerischen Trachtenbewegung. Der erste Trachtenverein, der sich gezielt für den Erhalt der heimischen Tracht einsetzte, entstand hier bereits 1859. Die Stadt prägte auch die Tradition des Haberfeldtreibens, einer Form der Volksjustiz. Wirtschaftlich spielte lange Zeit die Viehzucht eine zentrale Rolle, insbesondere die Zucht des Miesbacher Fleckviehs. Zudem war Miesbach ein Pionier der Elektrizitätsübertragung: 1882 wurde hier die weltweit erste Fernübertragung von Gleichstrom über 57 Kilometer nach München realisiert. Heute ist die Stadt Sitz des Oberlandler Gauverbandes im Bayerischen Trachtenverband und beherbergt bedeutende Viehmärkte.