Männedorf liegt am rechten Ufer des Zürichsees im gleichnamigen Kanton, wo die Landschaft vom sanften Anstieg des Pfannenstiels geprägt ist. Die Gemeinde erstreckt sich von der flachen Uferzone auf etwa 406 Metern über Meer bis zum Stäfner Türli auf rund 661 Metern Höhe. Die terrassierte Lage zwischen See und Berg spiegelt sich in der wechselnden Nutzung wider: Wälder, Siedlungen und Landwirtschaftsflächen wechseln sich ab, während Verkehrswege wie die geplante Autobahn das Bild prägen. Durch die Nähe zur Stadt Zürich ist der Ort heute Teil ihrer städtischen Ausläufer.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch der Name Männedorf taucht erst im frühen Mittelalter auf. 933 wird der Ort in einer lateinischen Urkunde als Mannidorf erwähnt, ein alemannisches Dorf, das vermutlich einem Mann namens Manno gehörte. Im Mittelalter wechselte die Herrschaft mehrfach: Zunächst unterstand es dem Kloster Pfäfers, später kam es an Einsiedeln, bevor es 1405 zur Zürcher Obervogtei wurde. Prägend war die siebenstündige Seeschlacht von 1445, in der Grossflösse mit Infanterie zum Einsatz kamen. Auch wirtschaftliche Konflikte wie die Zehntenpflicht gegenüber Einsiedeln hinterließen Spuren.
Heute ist Männedorf vor allem für sein Naherholungsgebiet im oberen Teil bekannt, das durch die Autobahnplanung entstand. Historisch bedeutsam ist das Untervogthaus aus der Zeit als Zürcher Obervogtei, während das Gemeindewappen mit dem Fischotter auf den ehemaligen Obervogt Eberhard von Ottikon zurückgeht. Einst prägten Handwerksbetriebe wie Orgelbau und Feinmechanik das Bild, heute sind es moderne Unternehmen. Die Schule blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht, als das erste Zentralschulhaus entstand.