Maletín liegt eingebettet in den bewaldeten Hügeln des Mirovská vrchovina, einem Mittelgebirge im Norden Mährens. Das Dorf breitet sich auf einer ausgedehnten Waldlichtung aus, durch die das Flüsschen Mírovka entspringt. Umgeben wird es von sanften Erhebungen wie der Jahodnice, dem Skalník oder dem Kačák, die kaum sechshundert Meter erreichen. Im Norden grenzt es an Jahodnice und Dlouhá Ves, während im Osten Mírov und Studená Loučka nah sind. Südlich schließen sich Nový Maletín und Svojanov an, im Westen liegen ältere Siedlungen wie Dětřichov.
Erstmals erwähnt wurde Maletín 1317 als Wirtschaftshof in einer Urkunde des Bistums Olmütz, das ihn als Lehen an umliegende Adelsgeschlechter vergab. Im Tal entstand später ein langgestrecktes Waldhufendorf, das zum bischöflichen Lehnsbezirk Müglitz gehörte. Im 16. Jahrhundert blühte der Abbau des hiesigen Sandsteins auf, der bald über die Region hinaus bekannt wurde. Kriege und Seuchen, besonders der Dreißigjährige Krieg, verwüsteten die Gegend mehrfach, doch nach 1779 entstand mit Neu-Moletein eine neue Siedlung. Die Bewohner lebten vor allem von karger Landwirtschaft, Hausweberei und Holzfällerei, bis die Vertreibungen nach 1945 die Bevölkerung stark veränderten.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild des Ortes, darunter die Kirche des hl. Nikolaus in Starý Maletín, die im frühen 19. Jahrhundert im Empirestil errichtet wurde. Besonders sehenswert sind auch die barocke Statue des hl. Johannes von Nepomuk und die Mariensäule in der Ortsmitte. Die alten Sandsteinbrüche im Tempelwald zeugen von der einstigen Bedeutung des Gesteins, das für barocke Bauwerke in Nordmähren verwendet wurde. Berühmte Persönlichkeiten wie Emilie Schindler, die Ehefrau Oskar Schindlers, stammen aus Maletín.