Lagrasse liegt im südfranzösischen Bergland der Corbières, wo der Orbieu und seine Zuflüsse Sou und Mattes durch eine Talsohle fließen. Das Dorf befindet sich etwa 35 Kilometer westlich von Narbonne und 30 Kilometer südöstlich von Carcassonne. Es gehört zum Regionalen Naturpark Corbières-Fenouillèdes und liegt auf mediterran geprägtes Klima.
Der Name des Ortes geht auf das okzitanische Wort für „fruchtbar“ zurück. Seine Geschichte ist eng mit der Abtei Sainte-Marie de Lagrasse verbunden, die erstmals in einer Urkunde Karls des Großen erwähnt wird. Im Hochmittelalter entwickelte sich Lagrasse zu einem befestigten Dorf mit Marktrecht. Während der Französischen Revolution wurde das Kloster enteignet und später in zwei Teile aufgespalten, die bis heute unterschiedlichen Nutzungen dienen.
Lagrasse zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs und beeindruckt mit seiner Abtei, der gotischen Pfarrkirche Saint-Michel und historischen Bauwerken wie der Pont de l’Abbaye. Auch zahlreiche Kulturdenkmäler wie die alte Markthalle, der Tour Plaisance und mittelalterliche Häuser prägen das Bild. Das Priorat Saint-Michel de Nahuze in den Hängen des Montagne d’Alaric und das Prieuré de Mirailles gehören ebenso zum kulturellen Erbe. Der General Albert Cambriels wurde hier geboren.