Kastl liegt im Osten der Frankenalb, eingebettet in eine abwechslungsreiche Karstlandschaft mit dem 587 Meter hohen Brennersberg. Der Ort wird vom Fluss Lauterach durchzogen, der dem Tal seinen Namen gibt und als Nebenfluss der Vils in die Region hineinfließt. Eingebettet zwischen Amberg und Neumarkt in der Oberpfalz, ist Kastl etwa gleich weit von beiden Städten entfernt. Die hügelige Umgebung mit ihren Wäldern und Trockentälern gilt als besonders schützenswert und wird wegen ihrer Schönheit auch als „Toskana der Oberpfalz“ bezeichnet.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kastl im Mittelalter, doch seine Geschichte reicht weiter zurück. Die prägende geologische Formation des Weißen Juras und die daraus entstandenen Höhlen zeugen von einer langen Entwicklung. Über Jahrhunderte lebte die Bevölkerung vor allem von der Landwirtschaft und dem Handel, bis sich der Ort zu einem lebendigen Markt entwickelte. Die fruchtbaren Böden im Tal und die kargen, aber artenreichen Kuppen prägten dabei die Lebensweise.
Heute ist Kastl vor allem für seine unberührte Natur bekannt. Geschützte Buchenwälder und Kalkmagerrasen beherbergen seltene Arten wie den Gelben Frauenschuh oder die Große Hufeisennase. Ein großer Teil der Gemeinde gehört zum Naturpark Hirschwald, der sich über weite Teile der Region erstreckt. Die idyllische Landschaft mit ihren Dolomitfelsen und tiefen Tälern zieht Besucher an, während die wenigen historischen Bauwerke und ländlichen Traditionen den Charme des Ortes bewahren.