Karviná liegt im Osten Tschechiens, im Moravskoslezský kraj, direkt an der Grenze zu Polen. Die Stadt erstreckt sich rechtsseitig der Olsa, wo sich auch die Mündungen der Stonávka und des Karvinský potok befinden. Sie gehört zum oberschlesischen Steinkohlenrevier und ist von industrieller Prägung.
Die ältesten Spuren einer Besiedlung gehen auf Solza zurück, das bereits 1223 urkundlich erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert entstanden weitere Dörfer wie Cula und Ray, während Freistadt als neue Stadt am rechten Olsaufer aufblühte. Karwin entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum des Steinkohlenbergbaus mit eigenem Schloss und Brauerei. Ein schweres Unglück forderte damals rund 250 Menschenleben. Später wurden mehrere Ortsteile wie Bad Darkau, das als Kurbad bekannt wurde, eingemeindet.
Heute ist Karviná eine bedeutende Industriestadt mit Schwerindustrie. Fryštát, der historische Kern, bildet das Zentrum und ist von Plattenbausiedlungen umgeben. Die Stadt beherbergt eine Fakultät der Schlesischen Universität und ist Heimat bekannter Sportvereine. Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Gustaw Morcinek oder der Tennisspieler Radek Štěpánek stammen von hier. Die Verbindung zwischen den Stadthälften bildet die Darkovský most, die nach dem Oderhochwasser nur noch Fußgängern und Radfahrern dient.