Hertford liegt in der Grafschaft Hertfordshire, etwa zwanzig Kilometer nördlich von London. Die Stadt breitet sich an der Stelle aus, wo die Flüsse Rib, Beane und Mimram in den Lea münden, der sich weiter nach Süden zur Themse schlängelt. Mit ihrem mittelalterlichen Grundriss und den zahlreichen Fachwerkhäusern wirkt sie wie ein lebendiges Bild aus vergangenen Zeiten. Heute zählt sie rund 24.000 Einwohner und dient als Verwaltungssitz der Grafschaft.
Ihren Namen verdankt Hertford den Angelsachsen, die hier eine Furt nutzten, die von Hirschen durchquert wurde. Schon vor der normannischen Eroberung gab es Siedlungen in der Umgebung, doch erst nach 1066 entstanden Burg, Kloster und Mühle. Die Burg wurde im Bürgerkrieg und später von Heinrich II. umgebaut, während das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. Einst zog die Pest das Parlament an, und hier fand der letzte Hexenprozess Englands statt. Die Stadt blieb lange von Landwirtschaft geprägt, bis die Eisenbahn ihre Entwicklung beschleunigte.
Besonders sehenswert sind die Ruinen der Burg und die beiden großen Kirchen All Saints und St Andrews. Im Vorort Bengeo steht eine normannische Kirche aus dem frühen 12. Jahrhundert. Die Stadt ist zudem für ihr Versammlungshaus der Quäker bekannt, das seit 1670 genutzt wird. Mit Persönlichkeiten wie dem Schriftsteller Jack Trevor Story oder dem Musiker George Ezra verbindet man sie ebenso wie mit Legenden um den Heiligen Gral.