Guer liegt in der Bretagne, im Département Morbihan, etwa 40 Kilometer südwestlich von Rennes. Zwei Flüsse, der Aff und der Oyon, durchfließen das Gebiet, während sich im Norden der Wald von Bourdonnaie ausbreitet. Die Stadt ist umgeben von ländlicher Weite, geprägt von Wäldern und sanften Hügeln.
Erstmals erwähnt wird Guer im neunten Jahrhundert unter dem Namen Plebs Wern, was auf einen Erlenwald hinweist. Schon in gallo-römischer Zeit kreuzten sich hier wichtige Straßen, darunter Verbindungen von Vannes nach Rennes und von Angers nach Carhaix. Im Ortsteil Coëtquidan entstand später ein bedeutendes Militärgelände, das sich von einem einfachen Artillerieschießplatz zu einer großen Ausbildungsstätte entwickelte.
Besonders sehenswert ist die Kirche Saint-Raoul, ein historisches Bauwerk, das unter Denkmalschutz steht. Im nahen Wald westlich der Stadt erhebt sich der Menhir Chomet de Coëplan, ein Zeugnis prähistorischer Besiedlung. Die Kapelle Saint-Étienne, vermutlich auf gallo-römischen Fundamenten errichtet, stammt aus karolingischer Zeit und ist ebenfalls als Denkmal klassifiziert. In Coëtquidan befindet sich die Militärschule Saint-Cyr, die bis heute eine zentrale Rolle in der französischen Militärausbildung spielt.