Grazalema liegt im Nordosten der Provinz Cádiz, eingebettet zwischen den Bergen der Sierra del Pinar. Der Ort ist von einer bergigen Landschaft umgeben, die zu den Ausläufern der Sierra de Grazalema gehört. Die Nähe zu den umliegenden Bergketten macht die Gegend besonders für Wanderer und Kletterer attraktiv, wobei der Peñón Grande als besonderes Ziel gilt. Durch seine Lage im Naturpark Sierra de Grazalema sind landwirtschaftliche Flächen begrenzt, was die traditionellen Lebensgrundlagen wie Schafzucht und Korkeichenanbau einschränkt.
Die Wurzeln Grazalemas reichen bis in eine römische Siedlung zurück, doch seine heutige Gestalt erhielt der Ort vor allem während der maurischen Herrschaft. Erst spät, im Zuge der Reconquista, wurde Grazalema 1485 von den katholischen Spaniern erobert. Im 17. Jahrhundert entstand die barocke Kirche Iglesia Parroquial, die bis heute prägend ist. Wie viele andalusische Dörfer gehört Grazalema zu den sogenannten „weißen Dörfern“, deren weiß getünchte Häuser und enge Gassen an nordafrikanische Siedlungsstrukturen erinnern.
Besonders bekannt ist Grazalema für sein ungewöhnliches Klima: Mit über zweitausend Litern Niederschlag pro Quadratmeter im Jahr verzeichnet es die höchsten Regenmengen ganz Spaniens. Schon wenige Kilometer entfernt ändert sich das Bild, wo Nachbarorte nur ein Viertel dieser Menge erhalten. Diese Besonderheit prägt das Leben im Ort und macht ihn zu einem einzigartigen Flecken in der Region.