Gießen liegt in Mittelhessen am Fluss Lahn, wo dieser seine Richtung von Süden nach Westen ändert. Die Stadt ist von einer weiten Talmulde umgeben, die nach Norden zum Gladenbacher Bergland und nach Süden zum Taunus überleitet. Im Westen öffnet sich das Lahntal bis nach Lahnau, wo Kiesvorkommen zu einem Naherholungsgebiet mit Wassersportzentrum umgestaltet wurden. Der Dünsberg mit seiner Höhe von fast 500 Metern ist die markanteste Erhebung in der Umgebung. Größere Nachbarstädte sind Wetzlar im Westen und Marburg im Norden, beide ebenfalls an der Lahn gelegen.
Die Anfänge der Stadt gehen auf eine Wasserburg zurück, die 1152 von Wilhelm von Gleiberg im Tal gegründet wurde. Der Name „Giezzen“ taucht erstmals 1197 in Urkunden auf, und 1248 wurde Gießen bereits als Stadt erwähnt. Im 13. Jahrhundert kam die Stadt unter hessische Herrschaft und entwickelte sich zu einem Verwaltungs- und Handelszentrum. Die Gründung der Universität im 16. Jahrhundert prägte die Stadt nachhaltig und machte sie zu einem wichtigen Bildungsstandort.
Heute ist Gießen vor allem als Universitätsstadt bekannt, mit der Justus-Liebig-Universität und mehreren Hochschulen. Das Alte Schloss und das Neue Schloss zeugen von der historischen Bedeutung, während der Marktplatz mit seinen Lauben und dem Rathaus das städtische Zentrum bildet. Die Stadtkirche und der Alte Friedhof erinnern an die mittelalterliche Vergangenheit. In der Umgebung laden der Dünsberg und das Naherholungsgebiet an der Lahn zum Verweilen ein.