Fourmies liegt in der Thiérache, einer Landschaft im Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze. Die Stadt wird vom Fluss Helpe Mineure durchflossen und gehört zum Regionalen Naturpark Avesnois. Sie befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen Cambrai und Charleville-Mézières, nur wenige Kilometer westlich der belgischen Grenze.
Erste Spuren der Besiedlung reichen bis in die Römerzeit zurück, doch der Ort wurde erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der Name Formeias deutet auf ein Sumpfgebiet im Tal der Helpe Mineure hin. Im Mittelalter gehörte Fourmies zum Besitz des Hauses Avesnes und der Abtei von Liessies. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich hier Metallverarbeitung und Glasherstellung, später wurde die Textilindustrie zum prägenden Wirtschaftszweig. 1891 kam es zu einem blutigen Vorfall, als das Militär auf streikende Arbeiter schoss, was Fourmies den Beinamen „Fourmies la Rouge“ einbrachte.
Heute ist Fourmies vor allem für das jährliche Radrennen Grand Prix de Fourmies bekannt, das seit 1928 im September ausgetragen wird. Die Stadt brachte bedeutende Persönlichkeiten wie den Mathematiker Jean Delsarte hervor. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und eines Bevölkerungsrückgangs seit den 1970er-Jahren bleibt Fourmies ein Ort mit industrieller Vergangenheit und sportlicher Tradition.