Figeac liegt im Département Lot in der Region Okzitanien, am rechten Ufer des Flusses Célé, der kurz darauf als linker Nebenfluss in den Lot mündet. Die Stadt befindet sich am südwestlichen Rand des Zentralmassivs, nördlich des Lot-Tals, und wird vom Fernwanderweg GR 65 durchzogen, der dem historischen Jakobsweg Via Podiensis folgt. Mit seiner malerischen Lage zwischen den Flusstälern des Lot und des Célé ist Figeac ein zentraler Ort in einer von Kalk-Hochflächen und Eichenwäldern geprägten Landschaft.
Die Ursprünge der Stadt reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, als ein Kloster entstand, das später von Wikingern geplündert wurde. Durch die Pilgerbewegung nach Santiago de Compostela und Rocamadour entwickelte sich Figeac zu einem wohlhabenden Ort. Im Mittelalter erhielt die Stadt besondere Privilegien, darunter das Recht zur eigenen Münzprägung und zur Selbstverwaltung, die später bestätigt wurden. Im 19. Jahrhundert brachte die Eisenbahnanbindung wirtschaftlichen Aufschwung, doch der 12. Mai 1944 markiert ein dunkles Kapitel, als eine Razzia der SS-Division „Das Reich“ zahlreiche Bewohner verschleppte.
Figeac ist als Stadt der Kunst und Geschichte anerkannt und bewahrt in seiner Altstadt den mittelalterlichen Charme mit dreigeschossigen Häusern, Arkaden und verzierten Fassaden. Das Hôtel de la Monnaie, einstige Münzprägestätte, beherbergt heute das Stadtmuseum. Besonders bekannt ist die Stadt als Geburtsort des Ägyptologen Jean-François Champollion, dessen Wirken im Musée Champollion gewürdigt wird. Auf dem Place des Écritures liegt eine monumentale Kopie des Steins von Rosetta. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirchen Saint-Sauveur und Notre-Dame du Puy sowie die als „Nadeln von Cingle und Lissac“ bekannten Obelisken. Wirtschaftlich prägen der Tourismus, die Landwirtschaft und die Luftfahrtindustrie das Bild.