Chur liegt im breiten Tal des Alpenrheins, wo dieser von Westen nach Norden abbiegt. Der Fluss Plessur mündet hier und formt mit ihrem Geschiebe einen weiten Schwemmfächer, der die Stadt prägt. Die umliegenden Berge wie der Calanda oder der Montalin erreichen Höhen von über 2.200 Metern, während der tiefste Punkt am Rhein knapp 550 Meter über dem Meer liegt. Die Stadt ist Hauptort des Kantons Graubünden und Sitz des Bistums Chur.
Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit reichen bis in die Zeit um 11.000 v. Chr. zurück, doch erst in römischer Zeit entstand hier eine Siedlung namens Curia, die später zum Verwaltungszentrum wurde. Im Mittelalter entwickelte sich Chur zu einem wichtigen Knotenpunkt an der Nord-Süd-Route durch die Alpen, was der Stadt wirtschaftliche und politische Bedeutung verlieh. Die Macht lag lange beim Bischof, bis die Bürger im 15. Jahrhundert durch Zünfte und eine neue Verfassung mehr Einfluss gewannen.
Heute ist Chur bekannt für seine historische Altstadt mit der Kathedrale und der Bischofsresidenz. Die Stadt verbindet alpine Landschaft mit städtischem Leben und ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Berge. Regionale Feste und die mehrsprachige Kultur – mit rätoromanischen, deutschen und italienischen Einflüssen – prägen das Bild.