Chanay liegt im Département Ain, eingebettet zwischen dem tief eingeschnittenen Rhônetal und dem Jurakamm. Das Dorf thront auf einem Plateau in etwa 492 Metern Höhe, zwölf Kilometer südlich von Bellegarde-sur-Valserine. Im Osten grenzt das Gemeindegebiet an die Rhône, die hier von steilen Felswänden begleitet wird, während im Süden das Erosionstal der Dorche die Grenze markiert. Nach Westen steigt das Gelände steil zum Jurakamm an, wo auf dem Crêt Dauphin mit 1200 Metern der höchste Punkt erreicht wird. Zu Chanay gehören mehrere Weiler wie Dorches im Tal der Dorche oder Pyrimont direkt an der Rhône.
Erstmals im zehnten Jahrhundert urkundlich erwähnt, gehörte Chanay damals zum Besitz des Klosters Nantua. Der Name leitet sich von einem alten Wort für Eichenhain ab. Im zwölften Jahrhundert war der Ort Teil der Herrschaft Dorches, später bildete er den Mittelpunkt der Herrschaft Chanay-d’Izernore. Prägend für die jüngere Geschichte waren die Asphaltminen im Rhônetal bei Pyrimont, deren Ruinen und Fabriken noch heute Zeugnis geben. Ein Schloss aus dem Jahr 1835 zeugt von dieser Epoche, während eine 1940 gesprengte Brücke an die Kriegszeit erinnert.
Besonders sehenswert ist die Pfarrkirche Saint-Victor aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die einst als Grablege der Herren von Dorches diente. Von der mittelalterlichen Burg Dorches sind noch ein viereckiger Turm und Ruinen erhalten. Das heutige Chanay ist vor allem eine Wohngemeinde, deren Bewohner oft in umliegenden Städten arbeiten. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut, mit Anbindungen an wichtige Straßen und einer Grundschule vor Ort.