Chanac liegt in Südfrankreich auf einem Felsen über dem Lot-Tal, etwa hundert Kilometer von Montpellier entfernt. Ein Teil des Gemeindegebiets erstreckt sich auf der Hochebene Causse de Sauveterre in über tausend Metern Höhe. Der Ort ist von einer bergigen Landschaft geprägt, in der die Bewohner vor allem Okzitanisch sprechen. Mit seiner großen Fläche von über siebzig Quadratkilometern gehört Chanac zu den ausgedehnten, aber dünn besiedelten Gemeinden der Region.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit einer Burg verbunden, die vermutlich von den Königen von Aragon im frühen 13. Jahrhundert erbaut wurde. Später ging sie in den Besitz der Bischöfe von Mende über, die sie als Residenz nutzten und umbauten. Im Hundertjährigen Krieg blieb sie eine der wenigen Festungen, die nicht in englische Hände fielen. Während der Religionskriege wechselte die Burg mehrfach den Besitzer, darunter zeitweise den Hugenottenführer Mathieu Merle. Ein Brand zerstörte 1696 die Anlage, die anschließend im Stil der Zeit wiederaufgebaut wurde. In der Französischen Revolution wurde die Burg erneut schwer beschädigt und schließlich von Konterrevolutionären besetzt.
Heute prägen die Ruinen der Burg Chanac das Ortsbild. Der erhaltene Donjon und Reste der Mauern zeugen von der bewegten Vergangenheit. Auch das Schloss Ressouches, das im 16. Jahrhundert von den Bischöfen errichtet wurde, ist ein Kulturdenkmal. In der Umgebung findet sich der Dolmen von Laumède, ein prähistorisches Monument. Während des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs spielte Chanac eine Rolle als Standort von Flüchtlingslagern, aus denen sich einige Bewohner später der Résistance anschlossen.